Das Schwert Espadan

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Jemand stand hinter ihm. Raghal spürte es. Blitzschnell rollte er sich herum. Einen Augenblick schwebten Kopf und Oberkörper über dem Abgrund. Hinter ihm stand Ginera - genau die Person, von der er noch vor wenigen Augenblicken gedacht hatte, dass sie ihn bei seinem Vorhaben behilflich sein könnte. Die Finger der rechten Hand hatte sie zu Klauen gespreizt, die Spitzen glühten in einem satten Rot. Gleich würde der Zauber vollendet sein, und ihn entweder zu einem Häufchen Asche verbrennen oder hinter Feuerwänden einschließen. Etwas anderes konnte es bei Ginera der Feuermagierin nicht geben.
Raghals magisches Element war das Wasser, aber die Zeit reichte nicht mehr, um einen Gegenzauber zu wirken. Mit einem Hechtsprung warf er sich nach vorne und packte Gineras Knöchel, brachte sie zu Fall. Atem entwich pfeifend aus ihren Lungen, als sie auf dem Boden aufschlug. Ihre Konzentration war gestört. Der Zauber zerrann wirkungslos. Einen Augenblick lag sie bewegungslos auf der Erde.
Raghal presste ihre Hände nach unten. "Was machst du hier? Bist du mir nachgeschlichen?"
"Nein! Lass mich los. Wir müssen nicht so tun, als wären wir Todfeinde."
"Nein, müssen wir nicht. Ich habe schon vergessen, dass du mich eben umbringen wolltest."
"Ich habe dich nicht erkannt von hinten und mit dem Kopf in der Schlucht", keuchte Ginera und wand sich unter seinem Griff.
Raghal schaute forschend in ihr Gesicht. Sie sah aus, als ob sie es ehrlich meinte, obwohl sie ihn eigentlich auch von hinten erkennen sollte. Dazu hatten sie in den vergangenen Jahren zu oft zusammengearbeitet. Ihre rechte Hand hielt er vorsorglich noch am Boden, während er sie nach Waffen und magischen Artefakten durchsuchte. Er fand nichts.
"Also was willst du hier?"
"Ich habe einen Auftrag zu erledigen, so einfach ist das. Du wahrscheinlich auch. Schließlich sind wir beide Söldnermagier und verkaufen unsere Künste, an jeden der dafür einen angemessenen Preis zahlt."
Raghal kam ein Verdacht. Hatte sein eigener Auftraggeber womöglich zwei Magier angeheuert, um den einen gegen den anderen auszuspielen? Das sah ihm ähnlich. "Wer hat dich engagiert und was sollst du tun?"
"Ich soll etwas holen für Graf Selkis. Und du?"
"Ich soll etwas holen für - Graf Matharin." Raghal war über die verschiedenen Auftraggeber nicht wirklich erleichtert. Graf Matharin und Graf Selkis regierten benachbarte Provinzen. Seit Jahren führten sie Krieg gegeneinander. Er war geschickt worden, um etwas zu holen, das Graf Matharin den Sieg bringen sollte.
Ginera fing an zu kichern. "In dieser einsamen Schlucht gibt es nur eines, was für zwei Grafen interessant sein dürfte. Wir werden beide dasselbe holen sollen."
"Das Schwert Espadan, um damit unbesiegbar zu werden", prustete Raghal, der Gineras Lachen noch nie widerstehen konnte.
"Dann holen wir es."
"Aber �"
"Raghal, wie kannst du nur sowenig Sinn für Humor haben. Wir holen erste einmal das Schwert. Dann wird uns schon was einfallen. Hast du einen Weg in die Schlucht entdeckt?"
"Es gibt nur einen Weg in die Schlucht", sagte Raghal abwehrend. Er fragte sich noch immer, was passiert wäre, hätte er Ginera nicht rechtzeitig entdeckt.
"Und deshalb lagst du hier oben und hast runtergeschaut, obwohl einzige Weg auf der anderen Seite der Schlucht beginnt und vonnem Drachen bewacht wird. Wenn er besiegt ist - was bisher noch niemand geschafft hat - steht noch der Schmied Jerong zwischen dir und dem Schwert Espadan. Er hütet es seit Jahrhunderten wie seinen Augapfel. Also erzähle mir nicht, dass du diesen Weg meinst und nur hier oben gelegen hast, um den Himmel zu betrachten. Wo alle Welt nur einen Weg kennt, gibt es nämlich immer noch einen geheimen, zweiten. Also was hast du entdeckt?"
Ginera lag immer auf der Erde, auf ihre Ellenbogen gestützt und schaute ihn an. Einzelne braune Haarsträhnen hatten sich bei dem Gerangel aus ihrem Zopf gelöst und hingen wirr um ihren Kopf.
Er hatte ihr nie lange böse sein können. "Links von uns müsste es einen Weg geben, an dem wir uns abseilen können."
"Na, dann los."

Der Weg hinunter war lang und mühsam. Der Nachmittag neigte sich bereits seinem Ende zu, als Raghal und Ginera endlich auf dem sicheren Boden der Schlucht standen. Durch das Blätterdach des Waldes drang nur noch wenig Licht. Zusätzlich umgab sie ein von Raghal herbeigerufener Nebel. In dichten Schwaden wallend hatte er ihren Abstieg verborgen. Die Augen der beiden Magier durchdrangen ihn mühelos. Für sie war nur ein grauer Schleier über die Erde gebreitet.
Raghal zitterten vor Anstrengung die Knie. Er warf einen verstohlenen Blick auf Ginera. Sie war außer Atem, zeigte sonst keine Anzeichen von Erschöpfung. Sie hatte auch keinen Zauber aufrechterhalten müssen, tröstete er sich.
"Was jetzt?" wisperte Ginera.
"Wenn wir uns links halten, treffen wir auf die Gebäude. Es gibt zwei, eine Schmiede und ein Wohnhaus. Ich sah von oben ihre Rauchfahnen", gab Raghal genauso leise zurück. Der Nebel verbarg sie zwar vor fremden Blicken, trug aber auch die Geräusche weit.
"Das Schwert Espadan ist bestimmt in der Schmiede. Was hast du für einen Plan?"
Raghal hatte bisher noch keinen Plan gehabt, antwortete aber schnell: "Ich wollte mich anschleichen und nach dem Schwert Espladan suchen."
"Kein schlechter Plan. Wenn Jerong uns entdeckt, lasse ich ihn erstarren."
"So machen wir es." Das hörte sich alles so einfach an, und Raghal fragte sich einen Augenblick, warum das Schwert nicht schon vor langer Zeit geholt worden war, wen nicht mehr dazu gehörte, als ein wenig Schleichen und Suchen. Er zuckte mit den Schultern. Jetzt war es zu spät für Skrupel und vor Ginera wollte er sich auf keinen Fall eine Blöße geben.
"Pass auf deine Nebel auf", zischte sie.
Tatsächlich fransten sie an den Rändern aus und waren beträchtlich dünner geworden. Hastig hob Raghal die Arme und murmelte die Worte der Macht, die sie wieder herbeiriefen, während er die Handflächen nach unten drehte und die Arme am Körper herabgleiten ließ.
Sie gingen in die verabredete Richtung, bis vor ihnen die Schmiede auftauchte. Durch die dünne Bretterwand war das Fauchen eines Blasebalgs zu hören und das Zischen, wenn heißes Eisen zum Abkühlen in Wasser getaucht wurde.
"Jerong arbeitet noch", fasste Ginera das Offensichtliche zusammen.
"Nicht mehr lange. Es ist bald ganz dunkel. Wir warten neben der Tür, bis er raus kommt und fangen dann mit der Suche an."
Sie brauchten nicht lange neben der Tür zu warten, bis jemand mit einer Fackel in der Hand herauskam.
"Verdammter Nebel. Wo der so plötzlich herkommt. Man sieht kaum zwei Schritte weit", hörten sie ihn knurren.
Ginera und Raghal warteten bis die Gestalt zwischen den Bäumen verschwunden war. Sie wollten eben die Schmiede betreten, als hinter ihnen jemand sagte: "Ich grüße euch, Fremde. Warum kommt ihr im Schutz eines Zaubernebels und nicht offen zur Tür herein, wie sich das für Besucher gehört?"
Die beiden Magier wirbelten herum. Ein Mann stand ihnen gegenüber, mit einer erloschenen Fackel in der Hand. Ginera murmelte ein paar Worte, ob Fluch oder Zauberspruch war nicht zu unterscheiden und schlug die geballte linke Faust durch die Luft. Ein Blitz fuhr heraus, verfehlte den Mann und schlug in den Stamm einer Buche ein. Der zersplitterte in zwei Teile, die wie die Blütenblätter einer Tulpe zu Boden sanken.
"Was war mit dem Erstarren?" rief Raghal und zog einen Dolch aus seinem Gürtel.
Der Nebel hatte sich mit einem Schlag verflüchtigt. Ginera hob ein zweites Mal die Faust.
"Keine Magie mehr, ich bitte euch. Meine Frau steht kurz vor der Niederkunft und darf sich nicht aufregen. Wir sehen so selten ein neues Gesicht, dass uns jeder Besuch willkommen ist."
Ginera ließ die Faust wieder sinken, und Raghal fragte verblüfft: "Wer bist du?"
"Ich bin Jerong der Schmied."
"Das kann nicht sein. Jerong ist alt und so kräftig wie kein anderer neben ihm und mit einem furchterregenden Gesicht. Du dagegen hast kaum das Mannesalter erreicht", ereiferte sich Ginera. Sie spähte an dem Mann vorbei, als erwartete sie jeden Augenblick den wahren Jerong zwischen den Bäumen hervorstürzen zu sehen.
"Ihr meint meinen Vater. Er hieß auch Jerong der Schmied. Was immer ihr hier wollt, lasst uns darüber reden. Ich bitte euch, denkt an meine arme Frau. Ich sehe, ihr seid Magier und könntet mich leicht besiegen. Warum sollte ich den Kampf mit euch suchen?"
In der hereinbrechenden Dämmerung erkannten sie ein faltenloses mit spärlichem Bartwuchs bedecktes Gesicht. Die dunklen Haare waren zurückgekämmt und partienweise zu Zöpfen geflochten. Diese Frisur wurde in den Grafschaften seit einer Generation nicht mehr getragen. Man trug das Haar jetzt kurz wie Raghal und zu einer Frisur gebürstet, als wäre gerade ein Windstoß hindurch gefahren. Entweder scherte er sich nicht um die wechselnden Moden, oder er war tatsächlich Jerong der Schmied und noch nie aus diesem Tal herausgekommen.
Raghal ließ die Hand mit dem Dolch sinken. Neben ihm entspannte sich auch Ginera.
Der Mann, der sich Jerong nannte, sah es und lächelte: "Ihr glaubt mir. Kommt mit in mein Haus, dort gibt es Met."
"Nein. Nicht." zischte Ginera und fasste Raghal am Arm. "Das ist eine Falle. Der echte Jerong der Schmied wartet im Haus auf uns. Und wie konnte sein Blick deine Nebel durchdrignen?"
"Ich bin Jerong der Schmied." Obwohl Ginera kaum zu verstehen gewesen war, antwortete Jerong, als hätte sie laut gesprochen. "Wir sind eine Familie von Schmieden. Mein Vater ist vor ein paar Jahren gestorben. Wenn ihr am Tag und auf dem Weg gekommen wärt, hättet ihr sein Grab gesehen. Es ist das letzte in einer langen Reihe. Und was die Nebel angeht: ich lebe so lange in diesem Tal und kenne jedes Blatt. Ich weiß genau, wann ein Nebel natürlichen Ursprungs ist und wann nicht, und heute ist nicht der Tag für Nebel."
Sie folgten Jerong.

Das Haus war solide aus Stein gebaut und ganz und gar rund. Innen war es geräumiger als es von außen den Anschein hatte. Ein Teil war durch Fellvorhänge abgetrennt. In dem anderen brannte ein Feuer im Kamin. Davor stand ein Tisch mit vier Stühlen.
Bei ihrem Eintritt kam eine zierliche rotblonde Frau hinter dem Vorhang hervor. Sie ging schwerfällig mit ins Kreuz gedrückten Händen und schob einen ungeheuren Bauch vor sich her. Es konnte nur noch ein paar Tage bis zur Niederkunft dauern. Sie brachte vier Becher und einen Krug, stellte alles wortlos auf den Tisch. Von einem Regal neben dem Kamin holte Jerong Brot, Käse und kaltes Fleisch. Jerongs Frau setzte sich schwer atmend an den Tisch und nippte an ihrem Becher Met.
"So kurz vor der Geburt muss meine Frau viel ruhen", eröffnete Jerong das Gespräch. "Ihr könnt offen sagen, was ihr von mir wollt. Ihr seid doch nicht zufällig gekommen."
Das Schwert Espadan war nicht zu sehen. Raghal hatte bei seinem Eintritt einen schnellen Blick in die Runde geworfen. Weder er noch Ginera antworteten.
"Wir können auch erst essen und dann reden. Wie ihr wollt." Jerong nahm einen langen Schluck Met und schob sich ein Stück Käse in den Mund.
"Wir wollen das Schwert Espadan", sagte Raghal und achtete nicht auf Gineras Grimassen.
"Das Schwert Espadan. Ich hatte nicht mehr zu hoffen gewagt, dass das noch einmal passiert. Wartet einen Augenblick." Jerong lief aus dem Haus. Seine Frau starrte sie gespannt an, sagte aber nichts.
Jerong kam zurück. Er trug ein Schwert in einer mit goldenen Einlegearbeiten verzierten Scheide. Die goldenen Linien wanden sich wie Schlangen, als müssten sie das Schwert schützen vor den Launen der Menschen. Der Schwertgriff war auf die gleiche Weise verziert.
"Das ist das Schwert Espadan. Die Götter haben es meiner Familie vor langer Zeit anvertraut, damit wir es hüten, bis der eine Gerechte kommt, der es aus seiner Scheide ziehen kann. Der soll haben und unbesiegbar sein." Jerong hielt ihnen das Schwert hin. "Versucht es. Vielleicht ist es für einen von euch bestimmt."
Die beiden Magier zuckten zurück.
"Wir sollen es einfach so nehmen?" Raghal fühlte seine Augen groß und rund werden, wie die eines staunenden Kindes. Er konnte nichts dagegen tun.
"Natürlich, dafür seid ich doch gekommen. Meine Frau und ich warten seit Jahren auf jemanden, der Espadan aus der Scheide zieht. Dann wäre unsere Aufgabe erfüllt, und wir müssten nicht länger in dieser Schlucht leben." Jerong ließ das Schwert klappernd auf den Tisch fallen.
"Eure Frau spricht nicht?" fragte Ginera.
"Sie kann es nicht. Welche junge, gesunde Frau würde schon mich zum Mann nehmen wollen, an dessen Seite sie nur Einsamkeit und Arbeit erwartet? Sie ist mir aber eine gute Frau, und ich bin ihr herzlich zugetan."
Die Eheleute nickten sich zu.
"Ihr seid der Schmied Jerong, der Hüter des Schwertes Espadan und wollt es einfach so hergeben." Ginera streckte die Hand aus, berührte das Schwert auf dem Tisch dann doch nicht.
"Das sage ich die ganze Zeit. Und ich bin das Schwerthüten wirklich leid. Solange mein Vater lebte kam niemand, um zu versuchen, ob Espadan für ihn bestimmt war. Ich fürchtete das gleiche Schicksal, bei den allmächtigen Göttern."
"Warum wollt ihr das Schwert loswerden?"
"Mein junger Magier, schaut euch doch um. Das ist kein Leben, für meine Frau nicht, für mich nicht und für unser ungeborenes Kind auch nicht. Ich weiß, was es für ein Kind bedeutet, immer nur die eigenen Eltern zu sehen. Wir wollen in der Nähe einer Burg leben, wo ich als Schmied arbeiten kann. Ich bin geschickt, mein Vater hat mir alles beigebracht. Wir könnten dort unser Auskommen finden, unter Menschen sein. So kommen nur zweimal im Jahr die Zwergenhändler zu uns, die mir meine Schwerter abkaufen und mich dabei nach Strich und Faden betrügen." Jerong holte tief Luft. So viele Worte auf einmal sprach er sicher nicht oft.
"Und der Drache, der den Eingang in das Tal bewacht?" Auch Raghals Hand zuckte nach dem Schwert.
"Pataeres. Er ist genauso wie meine Familie an Espadan gekettet und wartet auf das Erscheinen des Gerechten. Jetzt er ist alt und ganz ungefährlich, wenn man ihn in Ruhe lässt. Die Zwerge wissen das und gehen an ihm vorbei. Nur ein Ritter kann beim Anblick eines Drachen nicht einfach weiterreiten, er muss ihn töten. Wenn er angegriffen wird, ist Pataeres immer noch wild und gefährlich."
"Es werden Geschichten erzählt über das mörderische Wesen des Drachens und wenn man ihn besiegt hätte, dann gäbe es immer noch den Schmied, den nur die Listigsten überwinden könnten, um an das Schert Espadan zu gelangen." Raghal starrte immer noch auf das Schwert, als könnte er es allein mit seiner Willenskraft dazu bringen, aus der Scheide zu springen. Die Mahlzeit auf dem Tisch war vergessen.
"Nichts als Lügen werden erzählt. Pataeres verteidigt sein Leben, das könnt ihr ihm nicht übel nehmen. Ich gebe Espadan jedem, damit er versuchen kann, es aus der Scheide zu ziehen. Einige meiner Vorväter waren leider anders. Sie amüsierten sich damit, die Helden Aufgaben und Rätsel lösen zu lassen. Daher kommen die Geschichten und jeder Barde fügte ein Detail hinzu, bis es unmöglich schien, Espadan zu erlangen. Wir waren zur Einsamkeit verdammt."
"Wir wollen das Schwert Espadan nicht für uns, sondern für unsere Herren", warf Ginera ein. "Mein Herr ist Graf Selkis und seiner Graf Matharin. Beide führen Krieg gegeneinander."
"Wenn einer von euch Espadan aus der Scheide zieht, kann er damit machen, was er will", sagte Jerong, aber glücklich sah er nicht aus über Gineras Worte.
"Ich versuche es." Mit einem schnellen Griff packte Raghal das Schwert und wog es in der Hand. Es lag kühl auf seiner Haut. Wenn er Graf Matharin das Schwert Espadan brachte, hätte er für die nächste Zeit ausgesorgt. Er konnte Espadan auch behalten und unbesiegbar sein. Der Stern seines Ruhmes würde über allen Grafschaften hell erstrahlen.
Er zog an Scheide und Griff. Nichts rührte sich. Espadan steckte fest. Wenn es seit undenklichen Zeiten niemand herausgenommen hatte, was das nicht anders zu erwarten. Er zog noch einmal kräftiger mit dem gleichen Ergebnis.
"Das Schwert Espadan ist nicht für dich bestimmt, Raghal." Mit einem siegessicheren Lächeln nahm Ginera es ihm aus der Hand.
Sie zog an Griff und Scheide. Nichts rührte sich. Sie drehte das Schwert um und zog wieder. Schließlich klemmte sie es zwischen ihre Füße und riss den Griff mit einem kräftigen Ruck nach oben. Ginera stolperte zwei Schritte zurück gegen die Hüttenwand. Espadan steckte unverändert in der Scheide.
"Für dich es auch nicht bestimmt", stellte Raghal fest und vermochte nicht zu sagen, wer enttäuschter aussah: Ginera, Jerong oder seine Frau.
"Ach ihr Götter, es gibt keine Erlösung für uns", jammerte der Schmied. "Wir müssen weiter auf den Gerechten warten. Wenn ihr wieder zurückgeht zu euren Herren, sagt allen die Wahrheit über das Schwert Espadan und seine Hüter. Wollt ihr wenigstens das für uns tun?"
Raghal und Ginera versprachen es.


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