Ein wertvoller Fang

Drache

"Ich höre was." Dern packte den Griff seines Schwertes fester.
"Die Vögel in den Bäumen. Lass stecken." Olyn legte seinem Kameraden eine Hand auf den Arm.
Neben ihnen lagen vierzehn weitere Soldaten in einem Graben versteckt am Straßenrand. Auf der anderen Seite lagen noch einmal so viele.
Dern war noch jung und das erste Mal bei einem Sondereinsatz gegen die Widerstandskämpfer um den geächteten Königssohn Jandrin dabei. Er hätte Olyns Sohn sein können. Der hatte schon zu den Truppen des Finsteren Fürsten Tengwin gehört, bevor der nach Ban gekommen war und das Reich im Handstreich erobert hatte. Olyn zählte nicht mehr, wie oft er schon in einem Graben gelegen und auf Feinde gelauert hatte. Wenn der sagte, dass noch Zeit wäre, dann glaubte ihm Dern. Die Hand ließ er am Schwertgriff, er wollte als einer der ersten aufspringen und angreifen, wenn die sechs Bogenschützen auf jeder Straßenseite ihre Arbeit getan hatten. Er hoffte auf ein Lob des Kommandanten und eine Soldzulage. Vielleicht würden sich sogar die Türen der großen Halle in der Festung von Banda-Atai für ihn öffnen und er konnte den Finsteren Fürsten selbst sehen.
"Jetzt kommen sie!" Olyn stieß Dern mit dem Ellenbogen in die Seite.
Auf der Straße war noch nichts zu sehen, aber als Dern seine Ohren anstrengte, vernahm er das leise Vibrieren in der Luft, das eine herannahende Reitergruppe verursachte.
"Wie viele?", flüsterte er.
"Die Späher sprachen von zehn als Eskorte und ihm. Wo hast du gestern Abend wieder deine Ohren gehabt?"
Dern errötete. Den gestrigen Abend hatte er beim Würfelspiel verbracht und beinahe seinen ganzen Münzvorrat verloren. Olyn tat, als bemerke er nichts von der Verlegenheit seines jungen Freundes und fuhr fort: "Wir sind ihnen mehr als dreifach überlegen, wie werden siegen. aber denke immer daran, dass er nicht getötet werden darf. Unser Herr und Gebieter will ihn lebend."
Dern nickte. Das Hufgetrappel war lauter geworden und auf einmal saß in seiner Kehle ein Kloß.
Eine Staubwolke näherte sich. Pferdeleiber mit ihren Reitern schälten sich aus dem Dunst. Da waren sie, die gefürchteten Widerstandskämpfer, die bisher den vollständigen Triumph des Finsteren Fürsten über Ban verhindert hatten. Sie sahen aus wie ganz normale Männer - und auch ein oder zwei Frauen entdeckte Dern - in braunen Umhängen. Darunter trugen sie schwarze Hosen und gleichfarbige Wämser. Alles hatte schon bessere Tage gesehen.
Angestrengt spähte Dern auf die Straße, aber den geächteten Prinzen Jandrin konnte er in dem herannahenden Pulk nicht entdecken. Wenn er nicht dabei war, dann hätten sie umsonst drei Tage ausgeharrt. Mehr als einmal hatten sie dem Prinzen eine Falle gestellt, nie war er hinein getappt. Diesmal hatten die Spione so sicher geklungen; er musste einfach dabei sein.
Die ersten Pfeile schwirrten. Unter den Reitern brach Tumult aus. Pferde wieherten und brachen aus. Dern sah einen Reiter von seinem Tier stürzen mit zwei Pfeilen im Oberschenkel. Er hörte den Kommandanten den Angriff befehlen und stürzte mit gezogenem Schwert aus dem Graben. Aus dem Augenwinkel sah er Olyn neben sich.
Vor ihnen tauchte ein Pferd auf. Ein Pfeil steckte in seiner Brust und ein breiter Strom Blut floss seine Beine hinunter. Es würde den Kampf nicht überleben. Schade um das schöne Tier, dachte Dern. Der Reiter hieb mit seinem Schwert nach Olyn, der sich nur ducken und seine Waffe zur Verteidigung hochreißen konnte. Dern stieß dem Reiter die Spitze seines Schwertes in die Seite. Als er auf Knochen traf, zog er die Klinge wieder heraus. Der Reiter kippte vom Pferd. Dern wischte sein Schwert an dessen Hose ab und sah sich um.
Er suchte den, der auf keinen Fall getötet werden durfte. Da war er! Er saß noch auf seinem Pferd und hieb mit seinem Schwert auf die ihn angreifenden Krieger ein. Seine linke Seite schützte er mit einem runden Schild. Das Gesicht zeigte einen wilden Ausdruck der Furchtlosigkeit und rücksichtslos trieb er sein Pferd durch die Kämpfenden. Dern stürzte an die linke Seite des geächteten Prinzen. Mit dem Schwert konnte er dort wenig ausrichten, aber er packte dessen Fuß und riss kräftig daran.
Prinz Jandrin kam aus dem Gleichgewicht. Sein Schwertstreich, der sonst einem von Derns Kameraden in den Hals gefahren wäre, traf nur dessen Arm. Dern zog ein zweites Mal an dem Fuß und stieß gleichzeitig dem Pferd ein Knie in den Bauch. Das Tier machte einen Satz zur Seite. Jandrin rutschte von seinem Rücken und fiel Dern vor die Füße. Der junge Krieger warf sich auf den Feind. Olyn tat es ihm nach und zwei oder drei andere auch noch. Der geächtete Prinz lag mit geschlossenen Augen unter ihnen und Schweißtropfen standen auf seiner Stirn.
"Ein Seil! Wir brauchen ein Seil!", rief Olyn.
Von irgendwo her tauchte es auf. Olyn wickelte es viele Male um die Handgelenke des geächteten Prinzen. Mit einem zweiten Seil fesselten sie seine Beine. Eines lag seltsam verdreht auf der Erde und als sie es gerade bogen, stöhnte Jandrin vor Schmerzen. Dern lachte. Da lag er auf der Erde, der einst so stolze Prinz und Erbe Bans und krümmte sich vor Schmerzen wie ein Wurm. Seit Monaten hielt er die Truppen des Finsteren Fürsten in Atem. Das war vorbei, weil er, Dern, den geächteten Prinzen vom Pferd gezogen hatte. Er versetzte Jandrin einen Tritt gegen das verletzte Bein und lachte noch lauter, als er das schmerzverzerrte Gesicht sah.
Olyn schlug ihm auf die Schulter. Er grinste breit. "Nicht schlecht für einen ersten Einsatz. Aus dir kann noch mal was werden, wenn du lange genug lebst." Er stimmte in Derns Lachen mit ein.
Der Kommandant kam heran. Breitbeinig stellte er sich über Jandrin und blickte auf ihn herunter. Der starrte aus weit aufgerissenen blauen Augen zurück.
"Das passiert mit jedem, der sich uns in den Weg stellt. Früher oder später macht jeder einen Fehler und wir kriegen ihn." Der Kommandant spuckte auf den geächteten Prinzen. Der drehte gerade noch rechtzeitig den Kopf zur Seite. Die Spucke traf dicht neben ihm auf dem Boden auf. "Bindet ihn auf ein Pferd. Wir kehren nach Banda-Atai zurück."

Nach der Rückkehr in die Festung von Banda Atai stiegen die Soldaten von den Pferden und führten die Tiere steifbeinig vom langen Ritt zu den Ställen. Der Kommandant warf Dern den Führstrick von Jandrins Pferd zu und überließ die Zügel seines Reittieres einem Soldaten zu. Dern und Olyn hoben den Gefangenen vom Pferderücken. Olyn warf ihn sich über die Schulter. Unter seinem Gewicht schwankend folgte er dem Kommandanten. Dern stützte den geächteten Prinzen an den Schultern.
Sie durchquerten hinter dem Kommandanten den äußeren und den inneren Hof und schritten die breite Prachttreppe zur eigentlichen Festung hinauf. Dern hatte sie bisher nur von weitem gesehen und noch nie einen Fuß darauf gesetzt. Nach der Treppe kamen sie in schmale verwinkelte Gänge, die Eroberern das Fortkommen erschweren sollten. Hinter diesem Labyrinth wurden die Gänge wieder breit und hoch. In regelmäßigen Abständen steckten brennende Fackeln in eisernen Wandhalterungen und dazwischen bedeckten kostbare Wandteppiche die Mauern. Neben jeder zweiten Fackel stand eine Wache. Beim Anblick des Kommandanten strafften sie sich alle und schlugen die Griffe ihrer Schwerter gegen ihre Hüften. Staunend blickte Dern sich um und vergaß dabei einen Augenblick den Gefangenen zu stützen.
"Trödel nicht", zischte Olyn ihm zu.
Schnell umfasste Dern wieder Jandrins Schultern und fragte sich einen Augenblick, ob der geächtete Prinz ihm aus seinen blauen Augen einen spöttischen Blick zugeworfen hatte. Zur Strafe wollte Dern dem Gefangenen weh tun. Es sollte schmerzhaft und unauffällig sein, aber ihm fiel nichts ein.
Sie erreichten eine mehr als mannshohe zweiflügelige Tür, die die Wachen für sie aufstießen. Was Dern dahinter erblickte ließ ihn jeden Gedanken an eine Demütigung des geächteten Prinzen vergessen. Hinter der Tür erstreckte sich ein Saal in einer Größe, die er sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können.
Der Boden war mit spiegelndem Marmor in einem braun-weißem Muster ausgelegt. Waren ihm die Wandteppiche im Gang schon prächtig vorgekommen, so wurden sie von denen im Saal weit übertroffen. Gold- und Silberfäden glänzten mit den übrigen Farben um die Wette. Das größte Wunder aber befand sich in der Mitte des Saales und war ein Springbrunnen. Aus einer großen Fontäne und einem Kreis kleinerer sprudelte Wasser in ein Marmorbecken, in dem sich ein Intarsienmuster aus Gold befand. Davon ein Plättchen in der Größe seines Daumennagels und ich hätte ausgesorgt, dachte Dern.
Überall im Saal standen Menschen kostbar gekleidet und mit Händen voller Ringe. Die Frauen trugen von goldenen Nadeln gehaltene Hochsteckfrisuren. Nie hätte Dern gedacht, dass der Finstere Fürst so viele Höflinge hatte. Er hatte ihn sich immer als strengen Mann vorgestellt in einem kleinen Raum vollgestopft mit Karten und von nicht mehr als ein oder zwei Beratern umgeben.
Der Kommandant eilte ohne einen Blick nach rechts und nach links zu werfen in den hinteren Teil des Saales. Wo sie vorbei kamen, hörten die Menschen auf zu sprechen und schauten ihnen nach. Neben einem Kamin, der so groß war, dass man Baumstämme unzersägt verbrennen konnte, lümmelte der Finstere Fürst auf einer mit vielen Kissen gepolsterten Bank. Neben ihm kauerte eine junge Frau fast noch ein Mädchen und steckte ihm hin und wieder eine Erdbeere in den Mund. sie trug ein Gewand, das von ihren Körperformen mehr enthüllte als verbarg. Eine von Tengwins Händen lag zwischen ihren Beinen. Auf seiner anderen Seite hockte ein zweites gleich gekleidetes Mädchen und hielt ihm einen Pokal hin. Der finstere Fürst war mehr als doppelt so alt wie die beiden Mädchen, hatte ein teigiges Gesicht über einem kurzen Hals. Er trug ein weites Hemd und eine ebensolche Hose aus schwarzem Stoff. Sein ehemals sicher volles schwarzes Haar hing ihm schütter wie Spinnenbeine auf dem Kopf. Er sah nicht aus wie der Herr über zwei Drittel der bekannten Welt.
Der Finstere Fürst schaute nicht auf, als der Kommandant herankam, aber alle anderen starrten sie inzwischen an. Sie waren sicher seit Tagen die interessanteste Abwechslung für all die Höflinge. Dern fühlte ihre Blicke wie Steine auf seinen Schultern. Sein anfängliches Staunen hatte sich längst in Unbehagen verwandelt.
Gerade als der Kommandant stehen blieb und den Finsteren Fürsten respektvoll grüßte,rülpste dieser laut. Dern zuckte zusammen, die Mienen der anderen Anwesenden blieben undurchdringlich.
"Mein Fürst, ich bringe den Gefangenen."
"Den Gefangenen?"
"Den geächteten Prinzen, mein Gebieter. Er ist uns in die Falle gegangen. Jetzt wird es nur noch eine Frage von Tagen sein bis der Widerstand endgültig zusammenbricht." Auf einen Wink des Kommandanten hin traten Dern und Olyn mit dem Gefangenen vor. Vor den Füßen des Kommandanten ließen sie Jandrin zu Boden fallen. Er überschlug sich noch ein und rollte ein Stück auf den Finsteren Fürsten zu, ehe er auf dem Rücken liegen blieb. Ahs und Ohs entfuhren den Höflingen. Sie beäugten die am Boden liegende Gestalt wie ein seltsames, abscheuliches aber zugleich auch faszinierendes Tier. Der Finstere Fürst stieß die beiden Mädchen von der Bank und beugte sich vor.
Mit einem breiten Grinsen sagte er: "Das ist also Prinz Jandrin, der große Rebell. Nicht einmal fünfzig meiner Soldaten waren nötig, dass du jetzt hier liegst. Deine Leute mögen geschickte Baumeister sein - ich sage Dank für diese prächtige Halle- großartige Dichter und Maler, aber vom Krieg und der straffen Führung eines Reiches verstehen sie nichts. Deshalb konnten wir Ban so leicht erobern."
Einige Höflinge klatschten, andere lachten und die besonders Mutigen unter ihnen beleidigten Prinz Jandrin mit so derben Ausdrücken, wie Dern sie nie auszusprechen gewagt hätte.
Der geächtete Prinz wälzte sich in eine sitzende Stellung. Die Augen hielt er unverwandt zu Boden gerichtet. "Mein Volk wird niemals aufgeben."
"Wer sich mir nicht unterwirft wird sterben. Mir ist es gleich wie viele Banaer noch draufgehen."
"Mein Fürst, darf ich Euch einen Eurer jungen Soldaten vorstellen?", der Kommandant packte Dern an der Schulter und schob ihn in Tengwins Blickfeld. "Er hat einen wesentlichen Anteil an der Festnahme des geächteten Prinzen. Er hat ihn vom Pferd gezogen."
Dern errötete. Das war mehr als er zu hoffen gewagt hatte.
"Hervorragend! Mit solchen Männern lässt sich ein Reich nach dem anderen erobern. Komm her!" Der Finstere Fürst winkte ihn zu sich.
Nach einem Schubs stolperte Dern nach vorn und fiel vor seinem Gebieter auf die Knie. Die beiden Mädchen kicherten über seine Unbeholfenheit. Tengwin legte ihm eine Hand auf den Kopf.
"Du hast eine Belohnung verdient. Vielleicht ..."
In diesem Augenblick ging ein entsetztes Raunen durch die Anwesenden. Viele zeigten mit Fingern auf den geächteten Prinzen. Der Finstere Fürst nahm die Hand von Derns Kopf und wandte seine Aufmerksamkeit ebenfalls Jandrin zu. Dern wagte einen verstohlenen Blick hinter sich. Was er dort sah, ließ ihn vergessen, vor wem er gerade kniete.
Das Blondhaar des geächteten Prinzen war einem dunkelbraunem Schopf gewichen. Sein Gesicht zeigte einen Ausdruck höchster Konzentration, aber es war nicht mehr Prinz Jandrins jugendliche Miene, sie gehörte einem älteren Mann. Die Wangenknochen traten scharf hervor, die Lippen waren schmal und blutleer. Während Dern hinsah wurden die Augenbrauen dunkler und wuchsen über der Nasenwurzel zusammen.
"Was ist das für eine verfluchte Zauberei?", schrie der Finstere Fürst.
Dern robbte unauffällig aus Tengwins Reichweite und stellte sich an Olyns Seite. Er wollte nicht die Schuld bekommen für das, was da geschah, nur weil er in Reichweite war und den geächteten Prinzen vom Pferd gezogen hatte.
"Das ist ein Verwandlungszauber." Der Mann, der eben noch Prinz Jandrin gewesen war, stieß pfeifend die Luft aus. Seine Miene verlor ihre Konzentration, und die Verwandlung erfasste die ganze Gestalt und beschleunigte sich. Am Ende lag ein kleiner Mann in Tengwins Alter vor den staunenden Augen aller. An der linken Hand fehlten ihm zwei Finger.
Im Saal war es so still geworden, dass man eine Nadel hätte fallen hören können. In diese Stille hinein sagte der Mann: "Ihr habt doch nicht etwa geglaubt, dass Prinz Jandrin so einfach zu fangen ist. Er war nie auf dem Weg nach Banda-Atai. Ich wurde durch einen Zauber verwandelt, um Euch zu täuschen. Den wahren Prinzen und Herrscher von Ban werdet Ihr niemals finden."
"Dafür wirst du sterben", kreischte Fürst Tengwin.
"Damit habe ich gerechnet. Ich bedauere nur, dass die Verwandlung nicht bis zu meinem Tode angehalten hat. Wegen der Schmerzen in diesem verrenkten Bein konnte ich meine Konzentration nicht mehr länger aufrechthalten. So wisset nun: ich bin Gerint, Magier vom Orden den blauen Lichts, Träger von fünf Lichtbändern und treuer Gefolgsmann Prinz Jandrins."
"In den Kerker mit ihm! Schafft ihn fort! Und was dich angeht", der Finstere Fürst wandte sich an den Kommandanten, "wie kannst du es wagen, mir diese Missgeburt als den geächteten Prinzen zu präsentieren?"
"Mein Fürst, ich ... er sah aus wie der geächtete Prinz. woher sollte ich denn wissen ..." Der Kommandant machte einen langen Schritt nach vorn und beugte sich über Gerint. "Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du dir wünschen nie geboren worden zu sein."
"Oder du wünscht es dir."
Die Saaltür wurde aufgerissen und herein stürzte ein einzelner Mann. Keuchend eilte er durch die Menschen und fiel neben Dern auf die Knie. Seine Hosen und sein Wams waren schlammbespritzt. Er war so außer Atem, dass er zunächst kein Wort hervorbrachte.
"Sprich", forderte ihn Tengwin auf.

"Mein - Fürst - die - Rebellen sind - aus den Bergen von - Ilon heruntergekommen. Sie haben Nistor überfallen. Sie hatten wenigstens die dreifache Übermacht. Wir konnten die Stadt nicht halten."
Nistor war in die Hände der Rebellen gefallen. Dern sah Gerints zufriedenen Gesichtsausdruck und erkannte, wie schlau der geächtete Prinz und seine Männer alles eingefädelt hatten. Fürst Tengwin erkannte es auch, und ihm entfuhr ein ohnmächtiger Schrei der Wut.
Der Verlust von Nistor war besonders verheerend, denn wer diese Stadt kontrollierte, der kontrollierte die Gold- und Silbervorkommen Bans.
"Bei allen finsteren Dämonen ausgerechnet Nistan", raunte ihm Olyn zu.
"Ich will das diese Verräter gefunden und hingerichtet werden, jeder einzelne von ihnen. Nistan muss wieder uns gehören. Du, glorreicher Kommandant meiner Truppen, hast du nicht versprochen, dass der Widerstand in wenigen Tagen zerschlagen wäre? Du hast jetzt die Gelegenheit es zu beweisen."
Um nichts in der Welt hätte Dern in der Haut des Kommandanten stecken mögen. Der packte den Gefangenen am Wams und schleifte ihn hinter sich her. Dern und Olyn folgten ihm.
"Wer wünscht sich jetzt, nie geboren zu sein?", hörte er den Gefangenen sagen.

© Birgit Käker, 2006

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